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Mogulreich

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Indien als Entwicklungsland. Entwicklungsland Indien. Trotz der stark zunehmenden Industrialisierung gibt es noch viele Entwicklungsländer. Der Begriff Entwicklungsland bedeutet nicht, dass dieses Land zurückgeblieben ist oder keine Kultur hat. Das Mogulreich war ein von bis auf dem indischen Subkontinent bestehender Staat. Das Kernland des Reiches lag in der nordindischen Indus-Ganges .

Wenig erfolgreich verliefen dagegen die ab unternommenen Versuche, die Grenze auf dem Dekkan nach Süden zu verschieben. Shah Jahans Rebellion dauerte vier Jahre an.

Shah Jahan gilt als glanzvollster Mogulherrscher, unter dessen Herrschaft die Hofhaltung den Höhepunkt ihrer Prachtentfaltung erreichte und die Architektur im indisch-islamischen Mischstil zu höchster Blüte gelangte. Allerdings belastete Shah Jahans Kunstförderung die Staatskasse stark.

Kostspielige militärische Fehlschläge wirkten sich zusätzlich negativ auf die Wirtschaft des Reiches aus. Zwar zeigte der schon seit Akbar geführte Krieg auf dem Dekkan erste greifbare Erfolge — unterlag Ahmadnagar und wurde endgültig annektiert, unterwarf sich Golkonda , wenn auch nur symbolisch, und im gleichen Jahr konnte das zweite nun noch bestehende Dekkan-Sultanat Bijapur vertraglich zur Tributzahlung gezwungen werden — doch auf die anfänglichen Siege folgte eine Reihe von Rückschlägen.

Der Feldzug endete ein Jahr später in einer Niederlage. Zudem entzündete sich ein Streit mit Persien an der bedeutenden Handelsstadt Kandahar , die durch eigenmächtige Verhandlungen des persischen Statthalters mit den Moguln wieder in den Besitz des Mogulreiches gelangt war.

Drei aufeinanderfolgende Belagerungen änderten daran nichts, vor allem, weil die persische Artillerie der mogulischen überlegen war. Persien entwickelte sich zunehmend zu einer Bedrohung für das Mogulreich, zumal der schiitische Nachbar den ebenfalls schiitischen Dekkan-Sultanaten freundschaftlich verbunden war. Die Gegnerschaft Persiens und der damit verbundene nachlassende persische Einfluss am Mogulhof war möglicherweise auch ein Grund für den Machtzuwachs der sunnitischen Ulama im Mogulreich, [19] wenngleich Akbars und Jahangirs Prinzip der religiösen Toleranz nicht gänzlich ausgehöhlt wurde.

Aurangzeb indes konnte Murad überzeugen, ihm sein Heer zu überlassen, um mit vereinten Kräften gegen Delhi zu marschieren. Mai nahe Agra von Aurangzeb besiegt. In Agra nahm Aurangzeb seinen Vater gefangen, der im Gefängnis starb. Nachdem Aurangzeb auch seinen Bruder Murad hatte festsetzen lassen, rief er sich noch im selben Jahr zum Kaiser aus.

Zwei gegenläufige Tendenzen kennzeichneten die Herrschaft Aurangzebs: Zum einen dehnte er das Mogulreich weit nach Süden auf fast den gesamten indischen Subkontinent aus, zum anderen erschütterte er durch andauernde Kriege das wirtschaftliche Fundament des Mogulreiches.

Mit einer Politik der religiösen Intoleranz schädigte er die Symbiose von muslimischer Elite und hinduistischen Untertanen, die seine Vorgänger gefördert hatten. Bereits das letzte Drittel seiner Herrschaft war vom Kampf gegen den drohenden Reichsverfall bestimmt. Sein dritter Bruder und Widersacher, Shah Shuja , floh ins Exil nach Arakan , nachdem er Aurangzeb militärisch unterlegen war, und wurde dort im Jahr gemeinsam mit seiner Familie und Teilen seines Gefolges zu Tode gefoltert.

Im ganzen Land wurden zahlreiche kurz zuvor erbaute Tempel zerstört. Aurangzebs theokratische Politik rief Spannungen zwischen Hindus und Muslimen hervor, die den inneren Frieden des Mogulreiches empfindlich störten und den Widerstand hinduistischer Fürstenhäuser erregte. So löste die Invasion des hinduistischen Rajputenstaates Marwar , dessen Herrscher ohne Erben verstorben war, Unruhen unter den Rajputen aus, die bis zum Tode Aurangzebs schwelten.

Der Hindu Shivaji hatte seit Mitte des Jahrhunderts die Stämme der Marathen unter seiner Führung einen können und war mit dem Aufbau eines hinduistischen Staatswesens beschäftigt.

Während eines Besuchs am Hofe Aurangzebs wurde er gefangen genommen, konnte aber fliehen und auf dem westlichen Dekkan ein Reich errichten. Dies veranlasste Aurangzeb, alle Kräfte auf die Eroberung des Dekkan zu konzentrieren. Beide Staaten wurden dem Mogulreich eingegliedert, das nun den gesamten Subkontinent mit Ausnahme der Malabarküste sowie der Gebiete südlich der Kaveri umfasste. Tatsächlich waren die Marathen jedoch nicht besiegt, sondern lediglich in kleinere Gruppierungen zersplittert worden.

Shivaji hatte einen neuen Widerstandsgeist angeregt, der durch einzelne militärische Siege nicht zu brechen war. Aufstände wie die der Jat im Gebiet um Delhi und Agra sowie der Sikhs im Punjab waren aber auch die Folge erdrückender Steuern, die zur Finanzierung der Kriegszüge erforderlich geworden waren. Aurangzeb beging den gleichen Fehler wie Muhammad bin Tughluq im Jahrhundert, indem er seine Machtbasis im Norden vernachlässigte und so die Verwaltung zerrüttete.

Das Reich wurde durch die Expansion auf den zerklüfteten, schwer zu beherrschenden Dekkan, der zudem ein weitaus niedrigeres Steueraufkommen erbrachte als die fruchtbaren Ebenen des Nordens, überdehnt und finanziell überlastet. Er schloss Frieden mit den Marathen und erkannte deren Herrschaftsgebiet auf dem westlichen Dekkan an, um das Mogulheer zur Niederschlagung des Sikh-Aufstandes im Norden einsetzen zu können.

Seine ehrgeizigen Versuche, das Reich nach dem Vorbild Akbars durch umfassende Reformen noch einmal zu festigen, scheiterten am bereits fortgeschrittenen Verfall der Verwaltungsstrukturen. Viele Beamtenposten waren erblich geworden, darunter das Amt des Statthalters von Bengalen , was die Steuereintreibung erschwerte.

Bahadur Shah, der den Thron bereits in hohem Alter bestiegen hatte, starb nach nur fünf Regierungsjahren. Bahadur Shahs Nachfolger vermochten die kaiserliche Autorität nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Für das Attentat verantwortlich waren die Sayyiden, zwei Brüder, die als Kommandanten am Mogulhof dienten und in den folgenden Jahren zu einem wesentlichen Machtfaktor am Hof aufstiegen.

Farrukh Siyar regierte lediglich als Marionette der mit den Marathen verbündeten Sayyiden. Während seiner Regierungszeit — erhielt die Britische Ostindien-Kompanie , die sich im Laufe des Jahrhunderts als führende europäische Handelsgesellschaft an der indischen Küste festgesetzt hatte, weitreichende Konzessionen.

Auch die Provinzen des Mogulreiches konnten nur durch Zugeständnisse, die sie zu halbautonomen Staaten machten, gehalten werden. Es folgte ein blutiger Machtkampf, aus dem Muhammad Shah reg. Die Verwaltung wurde auf das Ernennen der Statthalter beschränkt, deren Provinzen nur noch nominell dem Kaiser unterstanden. Er löste seine Provinz Dekkan de facto aus dem Reichsverbund und regierte sie als Nizam von Hyderabad. Damit verlor das Reich ein Drittel seiner Staatseinkünfte sowie beinahe drei Viertel seines Kriegsmaterials.

Er schlug das Mogulheer in der Schlacht von Karnal nördlich von Delhi, nicht weit von den historischen Schlachtfeldern von Panipat entfernt, und zog nach einem Übereinkommen friedlich in Delhi ein. Bengalen und Avadh erlangten faktisch Selbstständigkeit, auch wenn sie formal die Oberhoheit des Mogulkaisers anerkannten und symbolische Tribute entrichteten.

Die persische Grenze wurde an den Indus verlegt. Zugleich expandierten die Marathen nach Malwa und Gujarat. Den letzten militärischen Sieg errang das Mogulreich bei Sirhind nordwestlich von Delhi über den afghanischen Herrscher Ahmad Schah Durrani , doch wenige Tage darauf starb Muhammad Shah, dessen schwache Nachfolger den Afghanen nichts mehr entgegenzusetzen hatten.

Diese annektierten den Punjab , den Sindh und Gujarat. Damit begann die britische Territorialherrschaft in Indien, die in den folgenden Jahren auf ganz Bengalen und nach dem Sieg in der Schlacht von Baksar im Jahre auch auf Bihar ausgedehnt wurde. Die von Osten her auf ehemals mogulischem Gebiet expandierenden Briten waren zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für das Mogulreich geworden.

Auch die Marathen drangen rasch immer weiter nach Norden vor, unterlagen aber in der Dritten Schlacht bei Panipat den Afghanen. Von plündernden Afghanen geblendet , musste er die Britische Ostindien-Kompanie, die bereits zwei Jahre zuvor Avadh einen Schutzvertrag aufgezwungen hatten, als Schutzmacht akzeptieren. Das mogulische Hoheitsgebiet beschränkte sich auf das Rote Fort von Delhi.

Sein Territorium wurde am 2. August gemeinsam mit allen anderen Territorien unter direkter Kontrolle der Britischen Ostindien-Kompanie mit Wirkung zum 1. November der neu gegründeten Kolonie Britisch-Indien übereignet. Zahlreiche Elemente, die für heutige moderne Staaten typisch sind, wie zum Beispiel zentralisierte Verwaltung, Steuerveranlagung aufgrund einer exakten Landvermessung oder das Vorhandensein einer staatlichen Bürokratie, sind in Indien erstmals im Mogulreich zu beobachten.

Allerdings wies das Mogulreich im Vergleich zu den heutigen, aber auch den zeitgenössischen Staaten in Europa einige deutliche Unterschiede auf: Dementsprechend war auch die Machtausübung keineswegs einheitlich. Ackerbaugegenden mit sesshafter Bevölkerung waren weitaus effektiver zu kontrollieren als logistisch schwer beherrschbares Wald- und Ödland mit teils nomadischer oder halbnomadischer Stammesbevölkerung.

Die Moguln unterschieden sich von den früheren Delhi-Sultanen mit ihrer auf Kontinuität ausgerichteten Verwaltung, die vor allem das Werk Akbars war. Er, seine Minister und Nachfolger ausgenommen Aurangzeb bemühten sich in erster Linie unter politischen und nicht unter religiösen Gesichtspunkten zu regieren, wie es bei den mächtigsten der Delhi-Sultane noch nicht der Fall gewesen war.

Dementsprechend war das Mogulreich auch stabiler. Die Lodi-Dynastie verwaltete das Sultanat von Delhi durch die Vergabe eroberter Gebiete als Militär lehen jagir an militärische Gefolgsleute, die dadurch schnell zufriedengestellt werden konnten. Dieses System ermöglichte eine gewisse Kontrolle der auf diese Art vergebenen Provinzen durch den Sultan , barg aber zugleich die Gefahr in sich, dass die Lehen in erbliche Territorien umgewandelt wurden, die sich dann von der Zentralgewalt abkoppeln konnten.

Als Babur das Delhi-Sultanat unterwarf und damit die Mogulherrschaft begründete, übernahm er das jagir -System seiner Vorgänger. Erst die umfassenden Verwaltungsreformen, die Akbar während seiner fast jährigen Regierungszeit durchsetzte, sicherten den langfristigen Erfolg der Mogulherrschaft. Akbar baute auf dem Steuersystem Sher Shahs auf, das die Grundsteuersätze in den Provinzen anhand der örtlichen Preise festlegte. Der Vorteil für die Bauern lag darin, dass bei einer Missernte keine Steuern gezahlt werden mussten, der Nachteil war, dass der Staat bei einer Reihe guter Ernten mit den Naturalien nichts anfangen konnte.

Akbars Nachfolger gaben das Besteuerungssystem zu einem unbekannten Zeitpunkt wieder auf: Sie führten die pauschale Besteuerung wieder ein. Allgemein gab es Steuern auf Grund und Boden — im agrarisch geprägten Mogulreich die bei Weitem wichtigste Einnahmequelle —, Zölle , Münz- und Erbschaftsteuern sowie die Kopfsteuer für Nichtmuslime jizya. Letztere schaffte Akbar ab, erst Aurangzeb führte sie wieder ein. Später wurde sie verschiedentlich wieder abgeschafft und eingeführt, allerdings zu einer Zeit, da das Steuersystem der Moguln bereits nicht mehr voll funktionstüchtig war.

Die territoriale Einteilung in Steuerbezirke wies seit Akbar neben den herkömmlichen jagirs auch Kronländer khalisa auf. Letztere unterstanden der unmittelbaren Verwaltung des Mogulkaisers, die dort erhobenen Steuern wurden direkt der Staatskasse zugeführt. Das jagir wurde einem Militäradligen jagirdar zugewiesen, welcher die Verantwortung für die Steuereintreibung trug. Dabei blieb das Land allerdings stets Eigentum des Staates. Die jagirdars durften lediglich einen festgelegten Teil des daraus erwachsenden Steueraufkommens als privates Einkommen zurückbehalten, alles darüber hinaus musste unter Aufsicht kaiserlicher Beamter an die Staatskasse abgeführt werden.

Die Kehrseite dieses Verfahrens war, dass die jagirdars kaum Interesse am Gedeihen ihres Lehens hatten, da sie es nicht behalten konnten. Stattdessen suchten sie oft möglichst hohe Steuerabgaben zu ihrem eigenen Vorteil herauszupressen, bevor sie in einen anderen Reichsteil versetzt wurden.

Der Zentralregierung unterstanden die Provinzen suba , diese wiederum teilten sich in Distrikte sarkar , deren Untereinheiten als pargana bezeichnet wurden. Der zentrale Verwaltungsapparat wurde vom Premierminister wakil geleitet, dessen wichtigster Untergebener der Finanzminister diwan-i kull oder wazir-i mamalik war.

Ein weiterer Untergebener des Finanzministers war der mir bakshi , der sich um Heeresangelegenheiten kümmerte und somit, da sämtliche Beamten einen militärischen Rang innehatten, auch für die Funktionstüchtigkeit der Verwaltung Sorge zu tragen hatte. Unmittelbar dem Kaiser unterstand der für religiöse Angelegenheiten zuständige sadr as-sudur , der stets auch das höchste Richteramt qadi al-qudat des Staates bekleidete, denn der Rechtsprechung lag das islamische Recht, die Scharia , zugrunde.

Diese Verwaltungsstruktur spiegelte sich auch in den Provinzen wider, an deren Spitze der Statthalter sipasalar , nizam-i suba oder subadar stand. Die Provinzbeamten waren jedoch nicht dem Statthalter, sondern dem Reichsbeamten ihres entsprechenden Ressorts untergeordnet. Der bürokratische Aufwand war enorm. Obwohl Muslime ausländischer Herkunft oder Abstammung grundsätzlich die mogulische Oberschicht stellten, existierte der Stand des Erbadels, wie er in Europa bekannt ist, im Mogulreich nicht.

Die Stellung einer Person hing allein von ihrer Position im Heer ab, unabhängig davon, ob sie tatsächlich im Kriegsdienst beschäftigt war oder in der zivilen Verwaltung. Selbst die Künstler am Mogulhof bekleideten einen militärischen Rang. Offizielle Ämter waren somit nur über eine militärische Laufbahn zu erreichen. Umgekehrt war freilich längst nicht jeder militärische Ranginhaber auch Träger eines Amtes.

Entsprechend dem militärischen Charakter der Mogulverwaltung korrespondierte das Gehalt höherer und mittlerer Beamter mit deren militärischem Rang mansab , der wiederum von der Anzahl der unterhaltenen Kavallerieeinheiten abhing. Allerdings verringerten die mansabdars ihre Militärstärke in Friedenszeiten immer mehr, sodass ihr Gehalt in Kriegszeiten angehoben werden musste, um die alte Zahl an berittenen Einheiten wiederherzustellen.

Um diese inflationäre Entwicklung einzudämmen, führte Akbar ein doppeltes Rangsystem ein, das die Besoldungsgruppe zat unabhängig von der Stärke der zu unterhaltenden Kavallerie suwar regelte. Nur der Mogulkaiser konnte einen mansabdar ernennen, befördern oder herabstufen, die Ränge waren nicht erblich. Die mansabdars wurden entweder in bar oder durch ein jagir entlohnt.

Die fortschreitende Verknappung des als jagir zu vergebenden Ackerlandes machte die Ausdehnung des Reiches daher zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. Nur über territorialen Gewinn war die wachsende Zahl an Gefolgsleuten mittelbar zufriedenzustellen, indem diese sich in den eroberten Gebieten bereicherten. Der Mangel an fruchtbarem Ackerland im Dekkan-Hochland und die damit verbundene Unrentabilität der dortigen jagir steigerte die Unzufriedenheit bei den Lehnsherren und untergrub deren Loyalität.

Daneben gab es ein kleines stehendes Heer, das vorwiegend aus Kavalleristen bestand und die Elite der Armee darstellte. Vermutlich ging seine Stärke aber nie über Am Aufbau einer schlagkräftigen Kriegsflotte war den Herrschern wenig gelegen. Der Zusammenbruch des mogulischen Beamtenstaates wurde durch Aurangzeb eingeleitet, der die Verwaltung der Provinzen und damit die zentrale Kontrolle der Peripherie gegen Ende seiner Regierungszeit zu Gunsten militärischer Ziele stark vernachlässigte.

Nach seinem Tode erstarkten die regionalen Kräfte unter schwachen Herrschern immer mehr. Die Statthalter Bengalens , Avadhs und des Dekkan Hyderabad vererbten ihre Provinzen an ihre Nachkommen und begründeten somit dynastische Regionalreiche, ohne jedoch offen mit den Moguln zu brechen. Hauptstadt des Mogulreiches war die offizielle Residenz des jeweiligen Herrschers, an der auch der kaiserliche Hofstaat und die kaiserliche Familie lebten.

Aus politischen und strategischen Überlegungen verlegten die Moguln mehrfach ihren Herrschersitz. Insgesamt dienten fünf Städte zu verschiedenen Zeiten als Hauptstadt: Agra —, —, — , Delhi —, —, — , Fatehpur Sikri — , Lahore — und Aurangabad — Zu Beginn des Jahrhunderts hatte Sikandar II. In Sikri lebte ein Angehöriger des muslimischen Chishti-Ordens , zu dem Akbar ein freundschaftliches Verhältnis pflegte.

Die neue Hauptstadt erhielt den Namen Fatehpur Sikri, verlor ihre Bedeutung jedoch bereits , als Akbar mitsamt seinem Hofstaat nach Lahore zog, um den Feldzügen im Nordwesten des Reiches näher zu sein. Nur ein kleiner Teil der Stadt war weiterhin bewohnt, vermutlich verschlechterte Wassermangel die Lebensbedingungen. Auch Lahore blieb nur vorübergehend Herrschersitz. Nach der erfolgreichen Erweiterung des Mogulreiches nach Nordwesten kehrte Akbar nach Agra zurück. Shah Jahan gründete anlässlich des zehnten Jahrestags seiner Thronbesteigung eine neue Stadt in Delhi.

Das nach ihm benannte Shahjahanabad heute Alt-Delhi war weitestgehend fertiggestellt und blieb bis Residenz der Moguln, mit Unterbrechung von bis , als sich Aurangzeb in Aurangabad aufhielt, um von dort aus Feldzüge auf dem Dekkan zu führen.

Tatsächlich weilten die Mogulherrscher jedoch meist nur kurze Zeit in ihrer jeweiligen Hauptstadt. Wie eine moderne Untersuchung zeigte, verbrachten die Mogulherrscher zwischen und rund 40 Prozent ihrer Regierungszeit in Zeltlagern, entweder weil sie auf Reisen, Feldzügen oder ausgedehnten Jagdausflügen waren. Allein Shah Jahan verlegte während seiner jährigen Regentschaft mal seinen Aufenthaltsort.

Wie europäische Beobachter des Jahrhunderts übereinstimmend berichteten, glich der reisende Mogul-Hofstaat einer wandernden Stadt, in der sich mehrere Hunderttausend Personen und ebenso viele Tiere aufhalten konnten. Das Mogulreich war ein Agrarstaat , dessen Wohlstand auf landwirtschaftlichen Produktionsüberschüssen beruhte, die in Form von Grundsteuern abgeschöpft und der Staatskasse zugeführt wurden.

Indien um verfügte über ausreichend fruchtbares Ackerland und eine Arbeitsproduktivität, die in etwa der eines westeuropäischen Bauern entsprach, sodass ein Viertel bis die Hälfte des Ernteertrages als Steuer einverlangt werden konnte, wobei den Bauern wenig mehr blieb als zum Überleben nötig. Unter Akbars Nachfolgern, besonders Shah Jahan , erhöhte sich der Steuerdruck auf die Bauern, um die immer prunkvollere Hofhaltung und kostspielige Kriegszüge finanzieren zu können.

Dennoch lag der durchschnittliche Lebensstandard eines indischen Bauern zur Zeit Shah Jahans noch immer um etwa ein Drittel über dem eines europäischen Landwirts.

Auf dem Land stellten Handwerker mit einfachsten Mitteln Gebrauchsgegenstände her, die sie oft gegen Naturalien eintauschten. Die meisten Dorfgemeinschaften waren somit mehr oder weniger autark , die Wirtschaftskreisläufe kleinräumig. Seit der zweiten Hälfte des Die Anbaumethoden veränderten sich dagegen während der gesamten Mogulzeit kaum.

Die Höhe der Besteuerung war von der jeweiligen Feldfrucht abhängig. Kommerzielle Anbaupflanzen, etwa Indigo oder Schlafmohn , wurden weitaus höher besteuert als Nahrungspflanzen. Die bearbeiteten Schollen waren im Durchschnitt sehr klein, Dürren führten häufig zu Hungersnöten.

Die handwerkliche Produktion fand vorwiegend in den Städten statt, wo die Handwerker zumeist unmittelbar in ihren Läden arbeiteten und die fertigen Waren entweder im Laden selbst oder auf dem Basar auslegten. Das weitaus wichtigste Handwerk war die Herstellung von Textilien. Hochburg der Baumwollweberei war Gujarat , das als eine der reichsten Provinzen galt und auch in der Waffen-, Parfüm-, Färbemittel- und Möbelherstellung sowie im Schiffbau eine führende Stellung einnahm.

Bengalen produzierte Jute und Roh seide. Die Verarbeitung von Wolle konzentrierte sich auf Lahore und Kaschmir. Teppiche wurden vor allem in den Provinzen Agra und Lahore sowie im Sindh geknüpft. Agra war zudem für Gold- und Silberarbeiten berühmt. In der weiteren Umgebung gab es reiche Erz- und Salpeter vorkommen. Salz wurde nahe Jhelam im Punjab und Ajmer in Rajasthan abgebaut. Bihar stellte Holz und Papier her. Die zunehmende Bedeutung der Geldwirtschaft unter Akbar setzte ein funktionierendes Währungssystem voraus.

Bereits Sher Shah hatte die silberne Rupie mit einem Gewicht von rund 11,5 Gramm eingeführt, die unter Akbar endgültig zur gemeinhin akzeptierten Silber münze des Reiches wurde. Eine Rupie unterteilte sich in 40 kupferne Dam. Zudem führte Akbar den goldenen Mohur mit einem Wert von acht Rupien ein.

Schwankende Edelmetallpreise führten zeitweilig zu veränderten Münzwerten. Es gab Dutzende von Prägestätten über das ganze Land verteilt. Selbst nach dem Verfall des Mogulreiches übernahmen zahlreiche indische Staaten bis hin zur Britischen Ostindien-Kompanie seit in Bengalen das Währungssystem und prägten Münzen im Mogulstil.

Das wichtigste Ausfuhrerzeugnis waren Textilien, zunächst Seidenstoffe, die vor allem in Europa dort wiederum hauptsächlich in den Niederlanden , aber auch in Südostasien , Japan und Ostafrika nachgefragt wurden.

Der bis ins frühe Jahrhundert blühende Sklavenhandel mit Ostafrika war seit Akbar verboten. Da die Moguln über keine staatliche Handelsflotte verfügten, beherrschten die Portugiesen im Jahrhundert den Seehandel zwischen Europa und dem Mogulreich. Jahrhundert zerstörten andere europäische Seemächte, allen voran England und die Niederlande, das portugiesische Handelsmonopol. Der Landhandel wurde hauptsächlich über Afghanistan abgewickelt.

In östlicher Richtung verlief eine Handelsroute entlang des Ganges über Allahabad und Varanasi sowie durch Bengalen hindurch nach Birma.

Die enge Einbindung in den Welthandel machte das Mogulreich jedoch auch von inneren Entwicklungen seines Hauptabsatzmarktes Europa abhängig. Im Nordwesten in etwa auf dem Gebiet der modernen Staaten Afghanistan und Pakistan hatte sich der Islam zu verschiedenen Zeiten des Mittelalters fest als führende Glaubensrichtung etabliert.

Das östliche Bengalen entspricht dem heutigen Bangladesch wurde während des Jahrhunderts, also zur Mogulzeit, allerdings ohne staatliche Lenkung, sukzessive islamisiert. Dabei suchte er die Hindus nicht nur zufriedenzustellen, sondern untrennbar in das mogulische Staatsgefüge einzubinden. Die von Akbar eingeleitete Politik der religiösen Toleranz ist daher vor allem im Kontext einer ausgewogenen, auf dauerhafte Machtsicherung bedachten Staatspolitik zu sehen, obwohl sie sich zum Teil auf persönliche Ansichten Akbars zurückführen lässt.

Dies spiegelt sich in den politisch motivierten Heiraten Akbars mit hinduistischen Rajputen -Prinzessinnen und der Vergabe auch hoher Posten in Heer und Verwaltung an Rajputen und andere Hindus wider. Diese Verfahrensweise stellte keineswegs ein Novum in der indischen Geschichte dar — beispielsweise war auch der erste Minister des Sultanats Malwa im frühen Jahrhundert ein Hindu gewesen —, griff aber wesentlich tiefer als unter früheren islamischen Herrschern.

Die islamische Zeitrechnung ersetzte er durch ein neues, mit seiner Thronbesteigung beginnendes System. Akbars persönliches und politisches Abrücken vom orthodoxen Islam geschah gegen den Willen der einflussreichen sunnitischen Ulama am Mogulhof, deren Macht er durch ein Dekret zu beschränken suchte, wonach dem Mogulkaiser das endgültige Entscheidungsrecht in theologischen Rechtsfragen zukam. Allmählich erstarkte die orthodoxe muslimische Rechtslehre, begünstigt durch den nachlassenden hinduistischen und schiitischen Familieneinfluss auf den Kaiser.

Erst der strenggläubige Aurangzeb brach endgültig mit dem Konzept der annähernden Gleichberechtigung von Moslems und Hindus. Er bestand auf der strengen Einhaltung der Gesetze des Korans, insbesondere der Sittengesetze.

Zahlreiche Bräuche am Mogulhof wurden abgeschafft, etwa Musik- und Tanzaufführungen oder die unter Akbar eingeführte Praxis des Mogulkaisers, sich dem Volk auf einem Balkon zu zeigen. Bedeutender waren aber die Versuche, das islamisch- hanafitische Recht in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Aurangzebs Religionspolitik zielte auf die Stärkung der islamischen Komponente im Mogulstaat.

Zwar richtete sich ein Gesetz gegen den Neubau von Hindu-Tempeln, und tatsächlich wurden viele neu errichtete Gotteshäuser der Hindus zerstört, doch standen bereits länger bestehende Tempel unter dem Schutz des Staates. Dennoch ist die Eisenbahn mit einer Gleislänge von mehr als Zur Abwicklung des Fracht- und Güterverkehrs mit anderen Ländern wird hauptsächlich der Schiffverkehr genutzt, wozu auch die wichtigsten Häfen wie Kalkutta, Bombay und Madras ausgebaut wurden.

Den internationalen Personenverkehr wickelt hauptsächlich der Flugverkehr ab. Dieser bekam durch den Binnenflugverkehr Zuwachs, der seit der Öffnung für private Fluggesellschaften noch weiter gestiegen ist. Hier wird der Verkehr nach wie vor mit Ochsenkarren und Fahrradrikschas geregelt. Auch der Ausbau des Post- und Telefonnetzes wurde in Angriff genommen. So ist das Land zu einem Viertel postalisch erschlossen und man hat es sich zum Ziel gesetzt, Indien vollkommen mit dem Telefonnetz erschlossen zu haben.

Die Bevölkerungszahl Indiens beträgt 1 Tausend Stand Aus der Bevölkerungszahl ergibt sich eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von Personen pro Quadratkilometer Stand , wobei dies jedoch je nach Region variiert. Daran erkennt man, dass die Bevölkerungsdichte in den Städten über dem Durchschnitt liegt, die auf dem Land darunter.

Die Geburtenrate beträgt 29 pro Tausend, die Sterberate 9,5 pro Tausend. Somit kann man ein positives Bevölkerungswachstum bezeichnen. Trotz des Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren lebt ein Drittel der Bevölkerung an bzw. Indien ist zwar ein Staat, man muss jedoch sagen, dass es sich nicht um ein einheitliches Staatengebilde handelt. Der Grund dafür liegt darin, dass Indien aus vielen ethnischen Gruppen besteht und das Kastensystem noch immer nicht vollkommen beseitigt wurde.

Erst vor einigen Jahren nahm die Bedeutung des Kastenwesens mit der Entwicklung Indiens zu einer Konsumgesellschaft ab. Heutzutage finden sogar schon Heiraten über Kastengrenzen hinweg statt.

Doch gegen die vielen ethnischen Gruppen in Indien kann der Staat nicht vorgehen, so dass ein einheitliches Staatengebilde entsteht. Denn diese Gruppen unterscheiden sich in ihrer Religion bzw. Hier gibt es nämlich mehr als Sprachen und Dialekte.

So wurden weitere 17 Sprachen als Regionalsprachen anerkannt. Die häufigsten Religionsvertreter sind Hindus ca. Diese Tatsache führt auf Grund der Entwicklung des religiösen Nationalismus und Fundamentalismus zu Spannungen, die häufig in blutigen Auseinandersetzungen eskalieren.

Doch ebenso wie das Kastensystem hat sich der Einfluss der Religion in den letzten Jahren durch das wachsende Konsumverhalten verringert. Obwohl das alte Indien ein hochentwickeltes Bildungssystem hatte, ist es heute um die Bildung der indischen Bevölkerung schlecht bestellt. Denn unter der Herrschaft der Muslime und später unter den Britten verfiel es. Das Problem des Bildungswesens Indiens besteht darin, dass keine Schulpflicht besteht. Denn obwohl der Schulbesuch kostenlos ist, wird dieser von der ländlichen Bevölkerung kaum in Anspruch genommen und, wenn überhaupt, dann wird nur die Grundschule besucht.

Denn in einem Familienbetrieb wird jede Arbeitskraft benötigt, so dass für Schule keine Zeit bleibt. Auf Grund dessen ist in Indien mittlerweile auch eine Nachtschule entstanden, damit jetzt auch Mädchen lesen und schreiben lernen können, da meistens nur der älteste Sohn der Familie zur Schule geht. Das Barefoot College in Tilonia wird mit tragbaren Solarlaternen erleuchtet, wo die Mädchen nach arbeitsreichen Tagen zwischen Haus, Feld und Brunnen in staubigen Höfen auf dem blanken Boden sitzen und lernen.

Sie beweisen, dass sie genauso clever wie ihre Brüder sind und oft sogar denselben Stoff viel schneller lernen. Eine Schülerin sagte, die Schüler auf dieser Schule lernen den Stoff, den Jugendliche an einem Tag durchnehmen in 2 Stunden, da die lernen wollen.

Auch ihr Lehrer ist der gleichen Meinung, denn obwohl diese Jugendlichen müde sind, sind sie aufmerksam und bemühen sich. Zu dieser Zeit standen sich lokale Bauernkulturen im Norden und primitive Pflanzervölker im Süden gegenüber.

Von bis vor Christus bestand eine hochentwickelte Stadtkultur im Industal, die von den einbrechenden Indogermanen zerstört wurde. Um vor Christus entstand das Kastenwesen, dessen Grundlage Einwanderer wie Adlige, Priester, Krieger und Hörige waren, die sich in unterschiedliche Stände gliederten.

Um nach Christus fielen dann die Mohammedaner in das Land ein. Seit der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien setzten sich die Europäer, zuallererst die Portugiesen, an den Küsten fest. Bis brachten die Engländer dann fast ganz Indien unter ihre Gewalt. Nach der von der Moslemliga erzwungenen Abtrennung der mohammedanischen Provinzen Industal und Gangesmündung zum Staat Pakistan konstituierte sich die Indische Union, die nach dem Beitritt der Fürstentümer am Januar zur Republik ausgerufen wurde.

Die portugiesischen Besitzungen auf dem Territorium der Republik Indien wurden mit Waffengewalt besetzt. Auch das Verhältnis zu Pakistan trübte sich, und zwar aufgrund der unnachgiebigen Haltung im Kaschmir-Konflikt, bei dem es sogar zu einem kriegsähnlichen Zustand kam. Anhand der Geschichte Indiens, vor allem anhand des Einfalls der unterschiedlichsten Völker, wird ersichtlich, weshalb so viele ethnische Gruppen in Indien leben, so dass Indien bis heute im Innern kein einheitliches Staatengebilde darstellt.

Indiens Staatsform ist die der parlamentarischen Demokratie. Indien ist seit seiner Unabhängigkeit Mitglied des Commonwealth. Staatsoberhaupt Indiens ist seit dem Abdul Kalam, President of India, sein Vertreter ist seit dem Die Volksvertretung Indiens beruht auf einem Zweikammerparlament, das sich in Rajya Sabha, was einer Staatenkammer bzw.

Trotz des ständigen Wirtschafswachstums, das zu der Überlegung führt Indien den Status des Entwicklungslandes abzusprechen, zählt Indien immer noch zu den Entwicklungsländern. Es gibt noch weitere Fakten, die als Belege dienen, um zu beweisen, dass es sich bei Indien um ein Entwicklungsland handelt. Doch auch diese wenigen Daten reichen zur Erfassung des momentanen Entwicklungsstandes Indiens aus. Es treffen zwei Theorien darauf zu: Zum einen hat dieses Land mit dem Kastenwesen selbst seine traditionellen Wirtschafts- und Gesellschaftsformen in der Entwicklung gehindert.

Man konnte nichts tun um aus seiner Kaste herauszukommen. Man wurde in eine Kaste hineingeboren und Talente, Intelligenz und Fähigkeiten waren unwichtig.

Dadurch war es nicht ermöglicht qualifizierte Arbeitskräfte auszubilden. Die Lösung dieses Problems ist die Kastenordnung abzuschaffen, was in Indien auch schon beschritten wurde, zur völligen Umsetzung jedoch konsequenter durchgesetzt werden muss. Indien hatte früher eine hochentwickelte Kultur bis die britischen Kolonialherren das Land in Bezug auf dessen Rohstoffe ausbeuteten und Indien unterdrückten um es so lange die möglich als unabhängige Kolonie unter sich halten zu können.

Doch auch hier ist Indien schon auf dem Weg die Probleme zu bewältigen, indem der Industriesektor weiterhin ausgebaut wird und die Weiterbildung der ländlichen Bevölkerung auf eine effektivere Wirtschaft hin arbeitet. Indien muss es schaffen nur noch für sein eigenes Land Nahrungsmittel zu produzieren und seine Schulden zurückzuzahlen.

Es ist auch schon auf dem richtigen Weg, nur die Vorgehensweise müsste verstärkt werden und jeder müsste dem Weg zum Ziel konsequent folgen.

Allerdings belastete Shah Jahans Kunstförderung die Staatskasse stark.

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Europäische Gemälde waren bereits durch portugiesische Missionare erstmals an den Hof Akbars gelangt, doch erst Jahangir ordnete seine Hofmaler an, europäische Kunstwerke zu studieren und deren Stil zu kopieren.

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