§ 257c Abs.1 S.2 i.V.m. § 244 Abs.2 StPO?!

Flucht und Organisation

Re: Honig?!.

Migration ist definiert als permanente oder semi-permanente Wechsel des Wohnsitzes eines Individuums oder einer Gruppe von Menschen Was ist ein Quasi Vertrag. Dieser Begriff wird in erster Linie im Zivilrecht verwendet wird; es ist definiert als ein Recht zu sein, Quasi Vertrag rechtliche Definition von Quasi Vertrag.

Passwort vergessen?

Freilich ist hier zuzugeben, dass dieses Modell von der idealtypischen Annahme ausgeht, der Angeklagte als der "Tatnächste" ist zu besseren Angaben in der Lage als die Zeugen. Dass der ermittelte Sachverhalt auf einer Verständigung basiert, ist bei der Beweiswürdigung noch nicht in Gestalt einer Ausgleichsregel etwa , hingegen bei der Strafzumessung zu berücksichtigen. Deutlich wird die Bedeutung eines Geständnisses bei einer Selbstanzeige: Hier reichen vereinzelte Vernehmungen aus.

Wenn also der Betreiber einer Modelagentur gesteht, über drei Jahre lang an die Models auf Basis falscher Angaben unter bezahlt zu haben, dann reicht es, einige Zeugen zu vernehmen.

Unstreitige Grenze ist jedoch immer, dass der Angeklagte nicht einfach den Irrtum eines anderen und dessen Motivationskausalität "verbindlich gestehen" kann. Wenn es Zweifel am Geständnis gibt, dann ist weiter zu ermitteln. Amtsermittlung und die hohe Bedeutung eines Geständnisses sind also kein Gegensatz: Ein glaubhaftes Geständnis ist eine StPO-konforme "Abkürzung" durch die Strafverhandlung, bringt die Übereinstimmung der Anklage mit dem "ontischen Substrat", das bestraft wird.

Wer etwas anderes fordert, erhebt Redundanz zum ungeschriebenen Prinzip der Strafprozessordnung. Wenn der Sachverhalt immer durch eine umfassende Beweisaufnahme zu ermitteln wäre, müsste auch das Rechtsinstitut Strafbefehl abgeschafft werden. StPO funktionieren so, wie das die Gegner einer Verständigung nicht akzeptieren wollen: Sie legen ein fiktives Geständnis zugrunde, der Sachverhalt wird als zugestanden angesehen. StPO für Fremdkörper halten; sie basieren auf demselben Prinzip: Konkrete Strafe gegen unterstelltes Geständnis.

Was aber für einfache und eindeutige Fälle gilt, kann nicht prinzipiell unzulässig sein in komplexeren Fällen: Der Richter kann sich die Überzeugung von Schuld oder Unschuld des Anschuldigten dadurch bilden, dass sich dieser geständig einlässt - und dies mit dem Inhalt der Ermittlungsakten übereinstimmt.

Unabhängig, wie man diesen Begriff genau definiert, eine Voraussetzung ist zwingend: Ein "Konsens" wird ohne Zwang herbeigeführt.

Eine Einigung im normativen Sinne erfordert einen zwangfreien Diskurs, erfordert gleichrangige Gesprächspartner, erfordert eine symmetrische Struktur der Kommunikation. Damit ist aber klar: Wie soll ein Angeklagter, dem eine Freiheitsstrafe von fünfzehn Jahren droht, zwangfrei zu einem Konsens kommen?

Könnte er sich wirklich ohne Zwang einigen, würde er nur einem Freispruch zustimmen. Die "ideale Kommunikation" kann man im Strafprozess nicht einmal als regulative Idee anstreben; [14] der Strafprozess ist vom Aufruf der Sache bis zur Rechtsmittelbelehrung strategisches Handeln, nicht kommunikatives Handeln.

Weder bei der Sachverhaltsermittlung, noch bei der Rechtsfolge erzielen die Prozessbeteiligten einen Konsens im normativen Sinn: Ohne Frage ist die Wahrheit des Strafverfahrens ein Konstrukt und entsteht erst innerhalb des Strafverfahrens, indem mit unterschiedlichen Interessen über divergierende Wahrheitsbilder verhandelt wird. Es kommt allein auf "die Wahrheit" an, die das Gericht ermittelt; das Gericht einigt sich mit keinem Prozessbeteiligten auf eine bestimmte "materielle Wahrheit".

Was anders als der "wahre Sachverhalt" sollte Grund, Gegenstand und Bezugspunkt des Strafverfahrens sein? Wahrheit kann im Strafverfahren niemals konsensual generiert werden: Einem Konsens kann sich jeder verweigern - was aber, wenn sich der Angeklagte nicht mit dem Gericht auf eine "Wahrheit" einigen kann? Ein "agree to disagree", einen Abbruch der Verhandlungen gibt es im Strafprozess nicht.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft können die Sicht des Gerichts beeinflussen, aber ihr Einverständnis ist nicht erforderlich. Auch die Systemtheorie gibt das nicht her: Theile argumentiert, dass ein einseitiges gerichtliches Wahrheitsbild die soziale Komplexität zu stark reduziere, dass die Form der Wahrheit dadurch unterkomplex werde [16] - dieses Argument verfehlt aber den Strafprozess: Es ist ein normatives Argument "Das Strafverfahren sollte anders sein.

Ein Strafverfahren ist und bleibt ein hoheitliches, immer "streitiges" Zwangsverfahren ohne Raum für Konsens. Nicht haltbar ist daher die Aussage: Spätestens an dieser Aufgabe wird das Konsensmodell scheitern. Die gesamte Verhandlung steht unter dem Imperativ des strategischen Handelns, für den Angeklagten ist der. Strafprozess eine Risikoveranstaltung, er muss eine Prozesstaktik wählen und sie bei guter Verteidigung permanent anpassen: Reicht die Beweislage für eine Verurteilung?

Erreicht er mit einem - möglicherweise taktischen - Geständnis eine mildere Strafe? Wenn ja, zu welchem Zeitpunkt erbringt ein Geständnis am meisten Strafmilderung?

Ist es besser, gegenüber dem Staatsanwalt etwas einzuräumen, oder auf Fragen des Gerichts? Und was ein Geständnis "wert" ist, mit dem sich der Angeklagte der Anklage unterwirft, schildert jeder Verteidiger seinem Mandanten in der Erstberatung; darauf weist der Richter häufig nach Verlesung der Anklage hin. Er fasst das Strafzumessungskriterium "Geständnis" in konkrete, verbindliche Formen. Letztlich stärkt das die Rechte des Angeklagten, er hat sichere Optionen.

Rechtlicher Grund der Verbindlichkeit ist nicht der Vertragsgedanke: Verträge werden zwischen strukturell Freien und Gleichen geschlossen; im Strafprozess hingegen werden keine Verträge geschlossen, auch keine "Quasi-Verträge": Kaum jemand ist strukturell unfreier und ungleicher als der Angeklagte in einem Strafverfahren: Gleichwohl wäre eine gigantische Krise entstanden, wenn man diese ganzen Helfer mit ihrem persönlichen Einsatz nicht gehabt hätte und noch hätte.

Dennoch ist es für Organisationen weit schwieriger, ehrenamtliche Mitarbeit in berechenbare Leistungen zu übersetzen als hauptamtliche.

Sind die Bedingungen für hauptamtliche Mitglieder nicht auch ganz anders als die Erwartungen, die an freiwillige Helfer gestellt werden? Ja, das ist sehr unterschiedlich. Bei Hauptamtlichen ist die Mitgliedschaft selbstverständlich an die Einhaltung formal geltender Regeln geknüpft. Arbeitgeber und Beschäftigte setzen voraus, dass diese Regeln einzuhalten sind, und Weisungen dürfen nicht ignoriert werden, wenn man in der Organisation bleiben und sein Gehalt weiter beziehen möchte.

Das ist bei freiwilligen Helfern natürlich ganz anders. Zwar halten Vereinbarungen die Bedingungen fest, unter denen Freiwillige tätig werden können, aber auf deren individuelle Motivation muss trotzdem Rücksicht genommen werden. Anders als Hauptamtlichen kann man ihnen weder Befehle noch Abmahnungen erteilen. So kommt es dann leicht zu Reibereien unter Helfern, wenn die einen sich müde arbeiten und andere die Kleiderkammer als angenehmen Aufenthaltsort zum Klönen und Kaffeetrinken auffassen.

Bis zu einem gewissen Grade muss sie das. Aber das wird recht unterschiedlich gehandhabt. Hinsichtlich des Verpflichtungsgrads gibt es verschiedene Umgangsformen mit Freiwilligen. Allerdings schreckt das Unterstützer ab, die keinen Quasi-Job oder zweiten Job, sondern nur gelegentlich helfen wollen. Andere Einrichtungen arbeiten mit einer Art Dienstplan, in den sich Freiwillige für bestimmte Zeitfenster eintragen und auch damit selbst verpflichten. Alle Träger sind beim Betrieb von Flüchtlingsunterkünften gezwungen, freiwillige Helfer zu engagieren, schon weil sie ansonsten keine Fördermittel des Landes bekommen.

Für Unternehmen, die in den Betrieb von Flüchtlingsunterkünften einsteigen, dürfte das ein neues Problem sein. Auch das wäre Stoff für eine interessante Vergleichsstudie. Ist es hinsichtlich der Folgen für die beteiligten Organisationen nicht auch generell schwierig, Prognosen zu treffen? Die Anzahl der freiwilligen Helfer hat z. Allgemein bin ich geneigt, Niels Bohr zu zitieren, der mal gesagt haben soll, dass Prognosen schwierig seien, zumal wenn sie sich auf die Zukunft bezögen.

Was die Anzahl der freiwilligen Helfer betrifft: Die hat im Sommer und Herbst sehr stark zugenommen, soll, wie die Studierenden in Interviews erfuhren, nach den Ereignissen am Kölner Dom zum Jahreswechsel kurzzeitig abgenommen, sich aber wieder stabilisiert haben. Wer hätte allein das prognostiziert? Aber auch hier lohnt vielleicht der organisatorische Blick.

Es haben sich bereits Helferbörsen etabliert, die ehrenamtliche Helfer vermitteln; eventuell lassen sich darüber auch Helfer aktiv anwerben. Ich wäre nicht überrascht, wenn auch das aktive Anwerben Anlass zur Organisationsbildung gäbe. Nicht nur bestehende Organisationen werden durch die Migration herausgefordert, es bilden sich auch allerlei neue Organisationen und Organisationsformen.

Gehören in diesen Zusammenhang nicht noch ganz andere Organisationen? Ich denke zum Beispiel an Frontex und an Schleppernetzwerke. Spielen solche Akteure eine Rolle in Ihren Forschungen? Aus ganz pragmatischen Gründen sind die Lehrforschungsprojekte, die die Studierenden derzeit durchführen, national bzw. Sicher wäre es reizvoll, sich Frontex als Organisation des europäischen Grenzregimes genauer anzusehen, oder auch illegale Schleppernetzwerke. Deren parasitäre Existenz basiert vor allem darauf, dass es europäische bzw.

Bei Frontex wie bei Schleppernetzwerken kann man eine gewisse Scheu vor der Öffentlichkeit erwarten, als Soziologin müsste ich also mit Schwierigkeiten des Feldzugangs rechnen, wenn auch aus verschiedenen Gründen. Frontex steht ja immer wieder hart in der öffentlichen Kritik; in solchen Lagen lassen sich Organisationen typischerweise auch von Forschern nicht in die Karten gucken, also hinter die Fassade der Formalorganisation. Schlepper entziehen sich dagegen ersichtlich aufgrund ihrer Illegalität der Öffentlichkeit, operieren insofern auch auf Grundlage von personenbezogenen Netzwerken, nicht als formale Organisation.

Das ist eine nicht ganz leicht zu beantwortende und in der Tat sogar heikle Frage. Heikel ist die Frage aus anderen Gründen. Denn einerseits greifen alle Organisationen hinter ihrer formalen Fassade auf informale Problemlösungen zurück. Ohne sie würde keine Organisation funktionieren.

Auch was nicht den formalen Regeln entspricht, kann aber durchaus funktional im Sinne einer Problemlösung sein, und ist oft eben noch nicht im rechtlichen Sinne kriminell. Viele der Probleme, mit denen Organisationen in der Hochphase der Flüchtlingskrise konfrontiert wurden, waren faktisch nur auf informalem und mithin dann auch genuin illegalem Wege lösbar.

Natürlich wurden mehr als üblich formale Regeln gebrochen, und auch rechtliche Regeln hat man zumindest sehr gedehnt, einfach um überhaupt und schnell reagieren zu können. Solche Praktiken sind nicht ungewöhnlich für Organisationen, auch wenn sie das nicht gern zugeben.

In Krisensituationen kommt hinzu, dass verschiedene formale Anforderungen einander widersprechen, was informale Lösungen erfordert. Menschen sind umgehend zu versorgen und unterzubringen, während zugleich alle Sicherheits-, Hygiene-, Arbeitszeit- und Arbeitsschutzregelungen usw. Auch Korruption und Bestechlichkeit sind ja im Zusammenhang der Flüchtlingskrise vorgekommen und zum Teil dann aufgeflogen. Ein leitender Beamter, der bei der Auftragsvergabe an Sicherheitsdienste zur Bewachung von Flüchtlingsunterkünften Provisionen gefordert haben soll, steht derzeit vor Gericht.

Steckt in der Formalitätskrise nicht auch die These, dass Formalstrukturen langsam sind und insbesondere dann versagen, wenn die Situation wie bei der Flüchtlingskrise schnelles Handeln erforderlich macht? Dass Formalstrukturen eine sehr behäbige und langsame Angelegenheit seien, gehört zur allfälligen Bürokratiekritik. Aber man sollte sich auch nicht täuschen lassen und in der Konsequenz ein Loblied auf die Informalität singen.

Formale Strukturen erlauben es, anders als informale, immerhin zu planen, also z. Wenn sie eintritt, kann durchaus schnell, nämlich nach Plan, gehandelt werden, ohne dass lange Debatten und Kommunikation über Dienstwege nötig sind. Überlässt man derartige Eventualitäten der Informalität, muss man sich, gerade wenn Dinge selten vorkommen, davon überraschen lassen, was dann und wie es geschieht.

Man kann jedenfalls nicht voraussehen, ob dann kluge Ad-hoc-Lösungen gefunden werden oder die besagten Kisten in schwarzen Löchern verschwinden, weil sich niemand für zuständig hält.

Dennoch entstehen Krisensituationen typischerweise, wenn man in der Planung etwas nicht vorausgesehen hat oder nicht auf diejenigen gehört hat, die es vorausgesehen haben oder hinterher vorausgesehen haben wollen. In jedem Falle wird es für Organisationen dann schwierig, zumal in der Krise die Zeit knapp ist, insbesondere wenn ein kritisches Publikum genau hinschaut oder die Massenmedien zur Skandalisierung beitragen. In den jeweiligen Organisationen verursacht die Beobachtung durch die Umwelt dann noch ein eigenes Problem.

Aber es ist nicht allein das Problem, dass nicht schnell gehandelt wird. Vielmehr werden oft schnelle Lösungen gefordert, aber gleichzeitig wird beispielsweise vom BAMF erwartet, dem Recht auf Asyl in jedem Einzelverfahren sehr sorgsam Rechnung zu tragen, neue Entscheider für solche Verfahren einzustellen, für diese aber mehr als nur kurze Anlernzeiten vorzusehen und überdies den Personalrat an allen Einstellungsverfahren wie üblich zu beteiligen.

Und während die Umwelt sehr genau beobachtet, ob alles mit rechten Dingen zugeht, drängen die widersprüchlichen Erwartungen die Organisation dazu, in die Sphäre informaler und subformaler Lösungen auszuweichen. Übrigens liegt mir nicht daran, Organisationen zu entschuldigen oder die einen für besser als die anderen zu halten.

Überhaupt geht es mir nicht um moralische Fragen. Der Soziologie insgesamt wird häufig ja der Vorwurf gemacht, dass sie moralische Fragen aus ihren Analysen ausklammert.

Steckt in diesem Vorwurf angesichts einer Formalitäts- bzw. Flüchtlingskrise ein Funken Wahrheit? Ich würde es anders formulieren: Ein Phänomen erst einmal ohne die moralische Brille zu betrachten ist notwendig, um es verstehen zu können. Moralische Empörung macht doch auch leicht blind. Dann hat man die Antworten häufig schon, bevor man die Fragen gestellt hat. Etwas anderes wäre es, wenn Sie mich fragen würden, was mich als Person motiviert, mich speziell mit diesem Thema zu beschäftigen und Studierende zu motivieren, sich in Projekten damit zu befassen.

Sicher spielen da auch ethisch-moralische und politische Fragen eine Rolle, die einen umtreiben. Genauso wenig stünde es Soziologen gut an, davon abzusehen, dass es hier um Menschen geht, von denen die meisten wohl alles, was ihnen lieb und teuer ist, verloren haben oder zurücklassen mussten.

Viele haben Furchtbares erlebt und bringen zu einem hohen Anteil schwere posttraumatische Störungen aus Erfahrungen von Flucht und Gewalt mit. Das erfordert professionelle Hilfe; Organisationen können Professionelle rekrutieren, aber mit ihren formalen, generalisierten Strukturen können sie selbst darauf nicht reagieren.

Ist die Flüchtlingskrise in Wahrheit eine Organisationskrise? Müsste die Organisation nicht ihre Strukturen ändern, um dieser Problematik zu begegnen? Kann die organisationssoziologische Perspektive diesbezüglich einen Mehrwert bieten? Sie meinen die Integration von Geflüchteten? Und die Organisation schaut hilflos zu?

Aufsätze und Entscheidungsanmerkungen

Mittlerweile wurde dort auf meine begründete Kritik hin?

Closed On:

Das Schöne an ihr jedoch war dies: Hinsichtlich des Verpflichtungsgrads gibt es verschiedene Umgangsformen mit Freiwilligen.

Copyright © 2015 wholesumfamilyfarms.info

Powered By http://wholesumfamilyfarms.info/